Das Internationale Rote Kreuz hat Kirchen und religiose Glaubensgemeinschaften fur ihren Umgang mit der Immunschwachekrankheit Aids kritisiert. Das Verbot von Kondomen und die “offentliche Schmahung von Risikogruppen” seien “ein Beispiel fur Diskriminierung”, erklarte die Internationale Foderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (lFRC) anlasslich des Weltrotkreuztags. Die Namen bestimmter Religionen werden in der Erklarung nicht genannt.
Der 175. Geburtstag von Rotkreuz-Grunder Henry Dunant steht unter dem Motto: “Die Wahrheit uber Aids. Sagt sie weiter.” Das Rote Kreuz kritisiert “die Haltung bestimmter religioser Instanzen und anderer einflussreicher Organisationen, die den Gebrauch von Praservativen und anderen anerkannten Mitteln gegen die ubertragung sexuell ubertragbarer Krankheiten Verbieten”.
Indem sie ‘falsche Informationen verbreiten, handeln diese Organisationen unverantwortlich”, sagte Massimo Barra vom italienischen Roten Kreuz. Oft wollten sogar Regierungen nicht eingestehen, dass der HI-Virus existiert, kritisiert die IFRC. Viele wussten deshalb nicht von ihrer Ansteckung oder trauten sich nicht, daruber zu reden. Weltweit sind nach UN-Angaben 42 Millionen Menschen mit HIV infiziert. 3,1 Millionen starben vergangenes Jahr an der Krankheit.